Die Milch machts - oder etwa doch nicht? (Beitrag)

Weiß-blauer Himmel, Sonnenschein und saftige grüne Bergwiesen. Darauf grasen glückliche Kühe und genießen ihre Freiheit in der Alpen-Idylle.

So oder so ähnlich ist die Vorstellung vieler Menschen wenn sich die Frage nach der Herkunft der Milch stellt. Die Realität sieht leider in vielen Fällen anders aus. Kühe angekettet in einem engen Stall, der Boden aus Beton, dazwischen Stahlgitter zum Abfluss der Gülle. Von herrlich duftenden, wohlschmeckenden Berggräsern und Sonnenschein keine Spur.

Doch nun zu den Fakten.

Behauptung: Milch ist gesund weil sie sehr viel Calcium enthält und die Knochen stark und stabil macht.

Forschung: Eine Studie an der schwedischen Universität in Uppsala hat ergeben, dass hoher Milchkonsum mit einem erhöhten Risiko an Knochenbrüchen einhergeht. Eine Studie der Harvard University kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass hoher Milchkonsum nicht zu einer besseren Knochengesundheit beiträgt.

Erklärung: Ein hoher Milchkonsum kann zu einer Übersäuerung des Körpers beitragen. Um diese auszugleichen entzieht der Körper basische Mineralien aus den zur Verfügung stehenden Depots. Dazu zählen neben Knochen auch die Zähne. Die Folge kann ein erhöhtes Risiko für die Anfälligkeit von Osteoporose sein.

Fazit: Hoher Milchkonsum führt keinesfalls zu einer verbesserten Knochengesundheit. Das Gegenteil ist der Fall.

Des Weiteren muss auch die Pasteurisierung der Milch kritisch hinterfragt werden. In einer Studie des Agricurtural College in Schottland wurden Kälber in zwei Gruppen geteilt und 90 Tage mit Roh- bzw. pasteurisierter Milch gefüttert. Während es in der Gruppe der mit Rohmilch gefütterten Tiere keine Auffälligkeiten gab, kam es in der Gruppe mit pasteurisierter Milch gefütterten Tiere zu erheblichen Zwischenfällen. Zwei der acht Kälber starben innerhalb von 30 Tagen, ein weiteres am 92. Tag, also zwei Tage nach Beendigung der Untersuchung.

Aber Babys brauchen doch Milch. Das ist soweit richtig. Doch vergleicht man die Muttermilch eines Menschen mit der Milch einer Kuh wird man feststellen, dass Kuhmilch ca. dreimal soviel Eiweiß hat wie die einer Frau. Sie hat auch einen höheren Anteil an Casein. Dieses Eiweiß ist schwer zu verdauen. Die Milch einer Frau hingegen ist besonders in den ersten Tagen nach der Geburt reich an Immunglobulinen. Diese bilden eine wichtige Rolle im Kampf gegen pathogene Keime. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass das Risiko bei Säuglingen die gestillt werden an Infekten der unteren Atemwege zu erkranken um über 70 % gesenkt wird.

Die-Milch-machts

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt zu dem Ergebnis, dass Muttermilch die ideale Nahrung für Säuglinge ist. Sie ist so zusammengesetzt, dass sie mit Ausnahme von Vitamin D und K im ersten Lebenshalbjahr den Bedarf an Nährstoffen und Flüssigkeit eines Babys abdeckt.

Kanada überarbeitet derzeit die Empfehlungsrichtlinie für eine tägliche gesunde Ernährung. Im derzeitigen Entwurf wurde Milch komplett aus der Ernährungspyramie gestrichen.

Es kann also festgehalten werden, dass herkömmliche Milch nicht zur Gesundheit des Menschen beiträgt. Was aber kann für eine normale Knochengesundheit getan werden?

Die Antwort lautet: Vitamin D3, Vitamin K2 und Magnesium.

Mit Hilfe von Vitamin D3 kann Calcium vom Körper aufgenommen werden. Vitamin K2 ist wichtig damit Vitamin D3 in die Knochen eingelagert werden kann. Und Magnesium sorgt dafür, dass Vitamin D3 in der Speicherform aktiviert werden kann.

Die genauen Zusammenhänge und Wirkungsweise haben wir für Sie in einem extra Artikel zusammengefasst.

Ein Verzicht oder wenigstens eine deutliche Einschränkung des Milchkonsums sowie dem Verzehr von Milchprodukten ist aufgrund der aufgeführten Faktenlage der Gesundheit sicherlich zuträglich. Nun gibt es aber viele Menschen die ungerne auf Milch und Milchprodukte verzichten möchten. Was kann hier empfohlen werden?

Als Ersatz für Milch gibt es mittlerweile eine große Auswahl an pflanzlichen Produkten. Mandelmilch, Kokosmilch oder Hafermilch um nur wenige zu nennen. Auch Joghurt gibt es inzwischen auf Basis von Kokos oder Mandel zu kaufen. Möchte man gar nicht auf Butter verzichten, so empfielt sich beim Kauf auf Erzeugnisse von Tieren aus Weidehaltung zu achten.

Wer gar nicht auf Kuhmilch verzichten kann, sollte auf Rohmilch aus biologischer Herkunft zurückgreifen. Auch beim Käse sollten Sorten, welche aus Rohmilch herstellt wurden bevorzugt werden. Da dies aber nicht unbedingt aus der Beschreibung ersichtlich ist, sprechen sie den Verkäufer darauf an.

Aufpassen beim Verzehr von Rohmilchprodukten sollten Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem. In diesen Fällen sollte auf den Verzehr derartiger Produkte verzichtet werden.

 

Quellen:
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Stellungnahme der Nationalen Stillkommission: Unterschiede in der Zusammensetzung von Muttermilch und industriell herge-stellter Säuglingsanfangs- und Folgenahrung und Auswirkungen auf die Ge-sundheit von Säuglingen, Bundesinstitut für Risikobewertung, 16. Juli 2012.
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Health Canada. Summary of Guiding Principles and Recommendations. https://www.foodguideconsultation.ca/guiding-principles-summary. Abruf am 12.02.2019
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