Vitamin D - Auswirkung auf die Gesundheit (Beitrag)

Vitamin-D-Das-Sonnenvitamin

Vitamin D ist in aller Munde. Doch was hat es damit überhaupt auf sich? Für wen macht eine Supplementierung Sinn?

Was ist Vitamin D?

Vitamin D gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine. Die Einstufung als Vitamin ist eigentlich nicht ganz korrekt, da diese vom Körper nicht produziert sondern von Außen zugeführt werden müssen. Vitamin D allerdings kann durch Sonneneinstrahlung auf die Haut vom Körper gebildet werden. Korrekterweise handelt es sich bei Vitamin D also um ein Prohormon.

Wie funktioniert die Produktion von Vitamin D im Körper?

Sonnenstrahlen treffen zunächst auf die Haut. Wichtig hierbei ist, dass nur durch UV-B Strahlung Vitamin D gebildet werden kann. Die Strahlen durchdringen die obersten Hautschichten und werden zunächst in Prävitamin D3 umgewandelt. Anschließend erfolgt die Umwandlung in Vitamin D, welches in der Form als Cholecalciferol vorliegt.

In weiteren Schritten erfolgt eine Umwandlung in der Leber in 25-OH Vitamin D und schließlich durch die Zellen in 1,25 Dihydroxy Vitamin D3. Dabei handelt es sich um die im Körper wirksame Form von Vitamin D - dem Calcitriol.

Der Körper ist also grundsätzlich in der Lage Vitamin D zu produzieren. Warum werden dann Vitamin D Präperate immer beliebter? Das hat den einfachen Grund, dass es für die Produktion von Vitamin D über die Haut mehrere Voraussetzungen gibt.

Was sind die Voraussetzungen für die Produktion von Vitamin D durch den Körper?

1. Direkte Sonneneinstrahlung
2. Ausreichende Sonnenintensität
3. Ausreichende Dauer der Sonneneinstrahlung

Direkter Sonneneinstrahlung sind viele Menschen nur noch selten ausgesetzt. Kleidung, Sonnencreme oder der Aufenthalt in Gebäuden während des Großteils des Tages verhinden den notwendigen direkten Hautkontakt der Sonnenstrahlung zur Produktion von Vitamin D.

Des Weiteren ist die Intensität der Sonne in unseren Breitengraden in den Wintermonaten zu gering damit der Körper ausreichend Vitamin D produzieren kann. Auch die Uhrzeit hat erheblichen Einfluss auf diesen Prozess. Die Mittagssonne (ca. 11:00 - 15:00 Uhr) liefert den Höchsten Anteil an UV-B Strahlen. Während diesen Zeiten sind aber sehr viele Menschen in der Arbeit und somit nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Außerdem ist die Dauer des Aufenthalts in der Sonne ein entscheidender Faktor. Hierbei haben das Alter oder der Hauttyp des Menschen erheblichen Einfluss auf die benötigte Zeit der Sonneneinstrahlung. Während an einem sonnigen August-Tag für eine 25 jährige Person eine kurze Zeit in der Sonne ausreichend für die Produktion des Körpers von Vitamin D ist, ist dies im November für eine 70 jährige Person nicht möglich.

Vitamin D Produktion im Winter?

Häufig trifft man auf die Aussage ein kurzer Winterspaziergang in der Sonne liefert ausreichend Vitamin D. Dabei handelt es sich allerdings um eine Fehlinformation. In den Wintermonaten ist es in Deutschland nicht möglich Vitamin D durch Sonneneinstrahlung auf die Haut zu produzieren. Eine Studie kam zu dem Ergebnis dass in der Zeit zwischen Oktober, November bis Februar, März in unseren Breitengraden kein Vitamin D gebildet werden kann.

Welchen Einfluss hat Vitamin D auf die Gesundheit?

Immunsystem

Viele Prozesse welche das Immunsystem betreffen sind von Vitamin D abhängig oder werden dadurch beeinflusst. Es stärkt das Immunsystem und wirkt regulierend auf die Immunantwort ein.

Infektionskrankheiten

Ein Vitamin D Spiegel über 30 ng/ml wirkt sich nachweislich positiv auf eine niedrigere Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfektionen aus. Diese treten in deutlich niedrigerem Umfang auf.

Grippe

Die Anfälligkeit des Körpers gegenüber Grippe ist deutlich niedriger wenn er über ausreichend Vitamin D verfügt.

Herz-Kreislauf Erkrankungen

Niedrige Vitamin D Spiegel korrellieren negativ mit der Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an kardiovaskulären Erkrankungen. Die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken steigt mit sinkendem Vitamin D Spiegel.

Nerven

Die Neubildung von Nervenzelle wird durch Vitamin D beeinflusst. Auch auf den Schutz der Zellen sowie die Bildung von neuronalen Verschachtelungen wirkt es ein.

Ein ausreichend hoher Vitamin D Spiegel nimmt eine Schlüsselrolle für einen optimalen Gesundheitszustand ein.

Vitamin-D-Das-Sonnenvitamin-2

Ist die Supplementierung von Vitamin D gefährlich?

Eine vor kurzem veröffentlichte (Januar 2019) Langzeitstudie hat sich mit der Supplementierung von hohen Dosen Vitamin D3 beschäftigt. Die Wissenschaftler kamen dabei zu dem Ergebnis dass täglich oral zugeführte Dosen von 5.000 bis 50.000 internationalen Einheiten nicht zu Hypercalämie führen. Selbst eine derart hohe Dosierung gilt demnach also als sicher.

Welcher Vitamin D Spiegel ist zu empfehlen?

Führende Experten im Bereich der Vitamin D Forschung sahen bisher einen Vitamin D Spiegel zwischen 40 und 60 ng/ml als optimal an. Prof. Dr. Spitz verdeutlicht den Spiegel anschaulich im Vergleich mit dem Ölstand eines Autos. 30 ng/ml ist laut seine Ausführungen die unterste Grenze. Ist dieses Niveau beim Ölstand erreicht kippt jeder noch etwas Öl nach um in einen vernünftigen Bereich zu kommen. Er empfiehlt einen Spiegel zwischen 40 und 60 ng/ml.

Eine aktuelle Studie liefert sensationelle Neuigkeiten. Ein Spiegel von 80 ng/ml reguliert 1289 Gene im Körper, während es bei einem Spiegel von 40 ng/ml lediglich 320 Gene sind.

Um einen Spiegel von 80 ng/ml zu erreichen ist eine tägliche Supplementierung von ca. 10.000 I.E. (internationale Einheiten) notwendig. Für einen Spiegel von 40 - 60 ng/ml sind es um die 4000 - 6000 I.E. täglich.

Wie hoch ist der durchschnittliche Vitamin D Spiegel in der Bevölkerung?

In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass 88,2% der Studienteilnehmer in Deutschland einen Vitamin D Spiegel < 30 ng/ml hatten.

In einer weiteren Studie hatten 57% der teilnehmenden Männer sowie 58% der Frauen einen Vitamin D Spiegel unter 20 ng/ml im Jahresdurchschnitt.

 

Vitamin D Mangel ist also ein weit verbreites Phänomen in Deutschland.

 

Lesen sie auch unseren Artikel vom Zusammenspiel von Vitamin D mit Vitamin K2 und Magnesium

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